Düsseldorf, den 20. September 2019

Rund 300 Expert*innen von Beratungsangeboten für Menschen mit Behinderungen kamen heute zur Fachtagung „Kooperation statt Konkurrenz!?“. Sie diskutierten und entwickelten Vorgehen für eine kooperativere Beratungslandschaft in Nordrhein-Westfalen.
„Ich freue mich, dass die Akteure der Beratungslandschaft für Menschen mit Behinderungen in Nordrhein-Westfalen erstmals zusammenkommen, um sich auszutauschen und sich zu vernetzen“, eröffnete Anselm Kipp die Veranstaltung. Der Gruppenleiter in der Abteilung Soziales im Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales (MAGS) begrüßte die rund 300 Gäste der Fachtagung, zu der das Ministerium und die Kompetenzzentren Selbstbestimmt Leben NRW (KSL NRW) im Umfeld der ‚REHACARE‘ auf der Düsseldorfer Messe erstmalig eingeladen hatten. Das Ziel: allen Teilnehmenden Überblick und Transparenz in einer vielschichtigen Beratungslandschaft zu geben, damit die Angebote besser vernetzt und Menschen mit Behinderungen bestmöglich beraten werden.
Das Bundesteilhabegesetz (BTHG) hat wichtige Impulse für die Weiterentwicklung der Beratung für Menschen mit Behinderung gesetzt. So sollen durch neue Angebote wie der Ergänzenden unabhängigen Teilhabeberatung (EUTB) mehr Selbstbestimmung für Menschen mit Behinderung selbstverständliche Lebensrealität werden. Doch eine wirkliche Verbesserung für selbstbestimmtes Leben und eine inklusive Gesellschaft stellt sich nur ein, wenn die unterschiedlichen Beratungsangebote in einer Region sinnvoll vernetzt werden. „Selbstbestimmung heißt: der ratsuchende Mensch mit Behinderung ist entscheidend, und nicht das Interesse der Beratungseinrichtungen oder deren Träger“, sagt Marcus Windisch, Leiter der Koordinierungsstelle der Kompetenzzentren Selbstbestimmt Leben (KSL). Prof. Dr. Albrecht Rohrmann von der Universität Siegen mit Forschungsschwerpunkten wie Inklusion, Teilhabeplanung und Behindertenpolitik fasste die Ergebnisse der Veranstaltung so zusammen: „Die Tagung macht deutlich, dass es viele gute Ansätze der Kooperation gibt, sich aber insbesondere die neuen und die etablierten Beratungsstellen auf kommunaler Ebene noch besser miteinander vernetzen sollten.“

Eröffnung mit Anselm Kipp, Gruppenleiter in der Abteilung Soziales im Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales
Anselm Kipp
Marcus Windisch, Projektleiter der KSL-Koordinierungsstelle in Aktion: „Nur, wenn wir die unterschiedlichen strukturellen, inhaltlichen und räumlichen Grenzen zwischen den Beratungsangeboten überwinden, wird es uns gelingen, bei der Beratung die Bedarfe der Ratsuchenden in den Mittelpunkt zu stellen!“
Marcus Windisch
Unter Moderation von Lothar Guckeisen diskutierten Vertreter*nnen der Beratungsstrukturen für Teilhabe in NRW: Vertreter für Beratungsangebote der Unabhängigen Teilhabeberatung (EUTB), der Selbsthilfe, von LVR und LWL, der Kommunen, der Freien Wohlfahrtspflege, des Sozialverbands Deutschland, des VdK, der Bundesagentur für Arbeit, der Deutschen Rentenversicherung, der Gesetzlichen Krankenversicherungen und der Unfallkasse. An der Diskussion nahm auch ein Vertreter der Abteilung für Pflege des MAGS teil.
Vertreter_innen der Beratungen auf der Bühne
Was zeichnet eigentlich gute Vernetzung aus? Und was sind die Vorteile für Menschen mit Behinderung? Welche Möglichkeiten bietet die Digitalisierung, um die Beratungsangebote auf regionaler Eben zu vernetzen? Welche Funktion sollten die örtlichen Kooperationsvereinbarungen für die Vernetzung einnehmen? Solche und ähnliche Fragen haben die KSL-Mitarbeiter*innen während der Veranstaltung im Dialog thematisiert und mit ihrer Erfahrung beantwortet.
Vertreter_innen der KSL auf der Bühne